Schutzhundesport, Sport mit langer Tradition

Die Wiege der Hundesportvereine hat zu Beginn des letzten Jahrhunderts im Polizeihundewesen gestanden. Von der reinen Zweckgebundenheit der Gründerzeit entwickelten sich die Aufgabenstellungen für Schutzhunde hin zum Schutzhundesport. Besonders im Training, bedingt durch neue, artgerechte Ausbildungsmethoden bekam dieser eine sportliche Note. Der Schutzhundesport ist auch heute noch ein starkes Standbein der Hundesportvereine. Besonders geeignet sind für diesen Sportzweig die Gebrauchshunderassen; sie können Prüfungen in den Stufen VPG 1, 2 und 3 (Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde) erlangen.

 

In den drei Disziplinen des Schutzhundesports - Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst - steht die Vielseitigkeit des Hundes im Mittelpunkt. Die Ausbildung eines geprüften Schutzhundes erfordert viel Zeit, kynologischen Sachverstand, Bescheid wissen um Verhaltensweisen der Hunde, Geduld, Selbstdisziplin, Einfühlungsvermögen und Verantwortung.

 

Die Fährtenarbeit ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben für Hunde. Diese Arbeit basiert auf der optimalen Nasenveranlagung des Hundes. Auf einer Distanz von 250 m bis zu 2 km mit Winkeln und Bögen und dem Auffinden von kleinen Gegenständen muss der Hund seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Man beginnt mit der Eigenfährte und in den verschiedenen Stufen bis hin zu einer drei Stunden alten Fremdfährte, die auch mehrfach von Verleitungsfährten gekreuzt ist, den Hund auszubilden und in Prüfungen zu führen. Das Team Mensch/Hund, dem diese Sparte Freude bereitet, kann zusätzlich neben der Fährtenarbeit auch noch das Stöbern erlernen.

 

Die zweite Abteilung ist die Unterordnung. In Übungen wie der Leinenführigkeit, Freifolge, Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung sowie Apportierübungen soll der Hund zeigen, dass er freudig, exakt, schnell und aufmerksam die Hörzeichen des Hundeführers ausführt.

 

Mit der dritten Abteilung, dem Schutzdienst, ist die Vielseitigkeitsprüfung komplett. Hier wird der Gehorsam des Hundes in Grenzfällen überprüft. Der Hund muss einen Scheintäter (Helfer) stellen und eventuell durch einen Biss in den Schutzarm aufhalten. Es handelt sich hierbei um ein reines „Beutespiel“, die Hunde sind rein auf den Schutzarm fixiert - niemals auf den Menschen! Deshalb werden auch nur charakterlich einwandfreie Hunde zur Ausbildung zugelassen.

 

Hunde mit einer ausgeprägten Nasenveranlagung eignen sich besonders für die Fährtenhundeausbildung, die mit der Prüfung in den Stufen FH 1 und FH 2 abgeschlossen werden kann.